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Presseartikel

 
Samstag, 04. Jan 1997

Auch die Gemeinde Ruggell führt eine Zukunftswerkstatt durch

Wichtige Projekte stehen an - Investitionsbudget bei 3,7 Millionen - Im Gespräch mit dem Ruggeller Vizevorsteher Markus Büchel

(hoe) - Seit sechs Jahren ist er umsichtiger Vizevorsteher der Gemeinde Ruggell und Fraktionssprecher der FBPL- Mehrheitsfraktion im Gemeinderat: Markus Büchel, Ing. HTL Maschinenbau, verheiratet, Vater von drei Töchtern und im politischen Spektrum kein Unbekannter. Die Fortschrittliche Bürgerpartei in Liechtenstein trägt seit vielen Jahren die politische Hauptverantwortung in Ruggell und hat gerade in den letzten Jahren viel geleistet, was allseits anerkannt wird.

An ihrer Spitze steht mit Markus Büchel eine Persönlichkeit, die vertrauenserweckend und konsensfähig ist. Er hat klare Vorstellungen von der Umsetzung der politischen Arbeit für die Bevölkerung, für die Gemeinde Ruggell. Im nachfolgenden Interview mit Markus Büchel versuchen wir einen Teil der gesetzten Ziele anzusprechen:

VOLKSBLATT: Herr Büchel. Wir stehen in der Halbzeit der laufenden Legislaturperiode. Sind Sie mit dem Erreichten zufrieden ?

Markus Büchel: Diese Frage kann ich mit einem klaren Ja beantworten. Ich bin mit dem Erreichten zufrieden. Durch die konstruktive und sachliche Auseinandersetzung und Zusammenarbeit im Gemeinderat sowie mit den Kommissionen konnten die anstehenden Aufgaben positiv gelöst werden. An dieser Stelle möchte ich mich bei den Kommissionsmitgliedern recht herzlich bedanken, denn nur dank der guten Basisarbeit und den fundierten Vorarbeiten in diesen Kommissionen sind bei immer komplexeren Aufgaben richtige Entscheide im Gemeinderat möglich.

Dass es trotz aller noch so intensiver Vorarbeit Projekte gibt, die bei einer Abstimmung nicht die notwendige Akzeptanz finden (abgelehntes Projekt An- und Umbau Kirche), ist nicht immer zu vermeiden. Die an einem Projekt beteiligten Personen sind oft durch selbst aufgestellte oder fremde Forderungen, vorgeschriebene Prozesse oder Bedingungen eingeschränkt.

VOLKSBLATT: Wo könnten Ihrer Meinung nach noch Verbesserungen in der Gemeindepolitik angebracht werden? Nennen Sie uns bitte die wichtigsten.

Markus Büchel: Jede Arbeit kann besser, oder muss sogar laufend besser gemacht werden. Spontan würde ich sagen, dass vor allem durch vermehrte Informa-tion und durch den rechtzeitigen Einbezug der betroffenen Bevölkerung eine bessere Gemeindepolitik möglich ist. Das was uns als verbesserungsbedürftig auffällt, versuchen wir natürlich gleich besser zu machen. Ich bin aber überzeugt, dass wir auch auf diese Frage im Rahmen des von der Kulturkommission initiierten und vom Gemeinderat bewilligten Projektes, welches im Januar unter dem Namen "Bewegung für Ruggell" im Sinne einer Zukunftswerkstatt startet, Anworten erhalten werden.

VOLKSBLATT: Stichwort Finanzen: Wie sieht das Budget für 1997 aus? Kommt Ihre Gemeinde mit den vorhandenen Mitteln aus, oder müssen Sie Einsparmöglichkeiten durchführen ?

Markus Büchel: Das Budget 1997 ist ausgeglichen und es wurde mit Mehrausgaben von 20 000 Franken vom Gemeinderat verabschiedet. Dies ist eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Praxis, einer Anpassung der Ausgaben an die zu erwartenden Einnahmen, durch das Setzen von Prioritäten. Da der Hauptanteil der Einnahmen aus dem Finanzausgleich stammt, sind wir auch in Zukunft in hohem Masse von einem Verteilungsschlüssel abhängig, der vor allem finanzschwache Gemeinden mindestens wie bisher berücksichtigt.

VOLKSBLATT: Herr Vizevorsteher. Welches sind die wichtigsten Bauprojekte in diesem laufenden Jahr 1997?

Markus Büchel: Vom Investitionsbudget im Umfang von 3,7 Mio.Franken ist fast die Hälfte für die zwei Tiefbauprojekte "Erschliessung 3.Etappe Giessen" und "Korrektion Langackerstrasse" vorgesehen. Die andere Hälfte ist für Projekte eingeplant wie "Planungskosten Renovation der Kirche", "Erweiterung Ortsnetz LGGA" oder diverse Planungs-, Sanierungs- und Gestaltungsprojekte, die über die derzei-tige Mandatsdauer hinaus reichen.

VOLKSBLATT: Welche Sachbereiche prägen die Gemeinderatsarbeit in den nächsten Jahren ?

Markus Büchel: Nachfolgend möchte ich auf Sachgebiete und Projekte etwas näher eingehen, die mir sehr wichtig erscheinen, auch über die nächsten zwei Jahre hinaus.

Kirchenrenovation und Anbau: Dass das erste Projekt nicht angenommen wurde, war aus meiner Sicht sehr schade, aber ich empfand es nicht negativ, sondern als Chance es noch besser zu machen. Nach den positiven Äusserungen anlässlich der Präsentation des überarbeiteten Projektes über das Wochenende vor Weihnachten bin ich davon überzeugt, dass durch diesen zweiten Anlauf die kritischen Punkte entschärft und ein verbessertes Projekt zur Abstimmung im Februar 1997 vorgelegt werden kann. Ich hoffe, dass bei der vor der Abstimmung stattfindenden Informationsversammlung sich die Bewohner davon überzeugen lassen und die Abstimmung positiv ausfällt.

Tiefbau/Verkehr: Die Gestaltung von Strassenräumen ist eine wichtige Aufgabe um den vorhandenen Charakter eines Gebietes zu erhalten oder durch Gestaltungselemente dem Strassenraum etwas Spezifisches zu geben. Je nach Funktion und Aufgabe einer Strasse ist eine Gleichberechtigung für alle Verkehrsteilnehmer anzustreben. Erste gestalterische Massnahmen wurden schon bei der Erschliessung "Spiegel", bei der Umlegung "Giessen", der Erstellung des Kreisels mit Weiterführung der Landstrasse und bei der "Nellengass"-Sanierung vorgenommen.

Bei der Sanierung der Nellengasse wurde speziell der Verkehrssicherheit zu Gunsten des erweiterten Schulraumes Rechnung getragen. Als logische Fortsetzung dieser Idee wurden beim Projekt Korrektion Langacker verkehrsberuhigende Massnahmen in den Kreuzungsbereichen Nellengasse und Kreuzstrasse vorgesehen. Weil die Langackerstrasse zusammen mit der Kirchstrasse und der in nächster Zeit anstehenden Sanierung der Schlattstrasse eine über einen Kilometer langen Gerade entstehen würde, die zum schnellen Fahren verleitet, wurden meh-rere Verkehrsberuhigungen zur Strassenraumgestaltung eingesetzt. Auch dort wo sich der Hauptverkehr abspielt, also auf der Landstasse, werden gemeinsam von der Baukommission und dem Landesbauamt Projekte ausgearbeitet, um die Ortseinfahrten und -durchfahrten so zu gestalten, dass die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten eingehalten werden.

Erweiterung der Industrie und Gewerbezone: Um auch in Zukunft Gewerbetreibenden und kleineren Industriebetrieben die Möglichkeit bieten zu können sich in Ruggell anzusiedeln, hat der Gemeinderat den Planungsauftrag für die Erweiterung und Erschliessung der bestehenden Zone vergeben. Wir sind interessiert an zusätz-lichen Steuereinnahmen, um die Abhängigkeit vom Finanzausgleich zu reduzieren, möchten aber auch das Angebot an Dienstleistern und interessanten Arbeits- und Ausbildungsplätzen in der Gemeinde erhöhen.

Kultur: Als Weiterführung des Projektes "Ruggell am Rhein" ist auf Antrag und Vorbereitung der Kulturkommission unter dem Titel "Bewegung für Ruggell" vom Gemeinderat ein Folgeprojekt bewilligt worden. Dieses soll sich inhaltlich nicht nur auf die Kultur beschränken, sondern verschiedene Lebensbereiche abdecken. Dieses Projekt, das in Form einer Zukunftswerkstatt am 15.Januar 1997 mit einer Vor-information gestartet wird, soll möglichst viele Kommissionen und Interessierte einbeziehen. Es ist für die Gestaltung des Zusammenlebens der Dorfgemeinschaft sehr wichtig.

Gemeindegesetz/Bürgergenossenschaft: Für die Überprüfung und Erstellung der Gemeindeordnung, die gemäss Gesetz innerhalb der nächsten zwei Jahre in Kraft treten muss, und sofern die Bildung einer Bürgergenossenschaft von den Bürgern gewünscht wird, ist das volle Engagement des Gemeinderates und aller Mitbewohner notwendig.

Ausbau LGGA-Gemeindenetz: Nachdem die LGGA ihr Projekt LGGA 2000 beschlossen hatte, wurde von seiten der Gemeinde die Planung für die Erweiterung und Anpassung des Gemeindenetzes in Auftrag gegeben. Von der Erweiterung des Netzes, mit einem Umfang von ca. 400 000 Franken, wird je nach Stand und Priorität von anderen Projekten soviel wie möglich noch 1997 verwirklicht, damit die Abonnenten so rasch wie möglich alle angebotenen Sender mit der verbesserten Qualität empfangen können.

VOLKSBLATT: Herr Vizevorsteher. Gestatten Sie uns eine letzte Frage. Wie ist die Zusammenarbeit im Gemeinderat und in den Kommissionen. Sind Sie damit grundsätzlich zufrieden ?

Markus Büchel: Ich bin sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit im Gemeinderat. Die Diskussionen und Entscheidungsfindungen verlaufen sehr sachlich, korrekt und in gegenseitiger Wertschätzung. Da in den meisten Kommissionen je ein Gemeinderat vertreten ist, besteht ein rascher und guter Informationsfluss, Seit zwei Jahren finden in bestimmen Abständen, oder bei besonderen aktuellen Problemen, Stand-ort- oder Abstimmungsgespräche zwischen dem gesamten Gemeinderat und den Kommissionen statt. Die Arbeit in den Kommissionen und mit den Kommissionen klappt sehr gut.